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Logopädie

Sprache, Stimme und Sprechen sind zentrale Mittel, um sich mitzuteilen, in Beziehung zu treten und sich in der Welt zu zeigen. Wenn diese Möglichkeiten beeinträchtigt sind, kann das viel Unsicherheit oder Einschränkungen mit sich bringen. In meiner logopädischen Arbeit begleite ich PatientInnen auf ihrem Weg zu mehr Ausdruck, Verständlichkeit und Stimmigkeit.

 

Ich biete Ihnen fundierte Befunderhebung, Beratung und Therapie an – immer mit dem Ziel, eine Entwicklung anzuregen. Hierfür verbinde ich profunde fachliche Kompetenz mit einer offenen, zugewandten Haltung. Jeder Mensch bringt eigene Voraussetzungen, Erfahrungen und Bedürfnisse mit – diese wahrzunehmen und in den therapeutischen Prozess einzubeziehen, ist mir wichtig.

 

Ich arbeite mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen – je nach Alter und Anliegen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:

Sprache finden, Stimme entfalten und Sprechen können kann heilen, verbinden und stärken.



Stimme

Stimmtherapie – wenn die Stimme Unterstützung braucht
 

Die Stimme ist Ausdruck unserer Persönlichkeit – sie transportiert nicht nur Worte, sondern auch Stimmung, Haltung und Beziehung. Jede Stimme ist so einzigartig wie der Mensch, der sie trägt. In der Stimmtherapie berücksichtige ich Ihre persönlichen Bedürfnisse, stimmlichen Anforderungen sowie Ihre Wahrnehmung von Stimme und Sprechen. Therapie und Training entwickeln sich aus dem gemeinsamen Prozess auf der Basis vielfältiger Methoden. Ziel ist eine belastbare, gesunde und authentische Stimmgebung im Einklang mit Körper, Atmung und innerer Haltung.

 

Unsere Stimme begleitet uns täglich – im Kontakt mit anderen, im Privaten und im Beruf. Sie kann klar und kräftig sein, oder auch brüchig, heiser, angestrengt, leise oder wenig belastbar.

 

Eine Stimmtherapie wird aus ganz unterschiedlichen Gründen verordnet und in Anspruch genommen – zum Beispiel:

  • Heiserkeit oder Stimmermüdung nach kurzer Belastung

  • Druck- oder Engegefühl im Hals beim Sprechen

  • Klangveränderungen oder Unsicherheiten in der Stimmgebung

  • Stimmverlust nach Infekten oder Überlastung

  • Einschränkungen nach Operationen oder bei Stimmlippenlähmung

  • Berufsbedingte Anforderungen, z.  B. bei Menschen in Sprechberufen, wie LehrerInnen, ErzieherInnen oder SchauspielerInnen und SängerInnen 

  • das Bedürfnis, die eigene Stimme freier, tragfähiger oder überzeugender erleben und einsetzen zu können.


Funktionales Stimmtraining – für die Sprech- und Singstimme

Funktionale Stimmarbeit ist ein Prozess des Erlebens und Verstehens. Im Mittelpunkt steht dabei immer die Verbindung von Körper, Stimme und persönlichem Ausdruck. 

 

Ziel ist es, die natürlichen, physiologischen Abläufe der Stimmgebung wahrzunehmen und so eine freie, klangvolle und mühelose Stimmgebung zu ermöglichen – unabhängig vom Einsatzbereich.

 

Bewegung ist ein wesentlicher Bestandteil der Stimmarbeit: Die Stimme entsteht im ganzen Körper, nicht nur im Kehlkopf. Die Wahrnehmung für innere und äußere Vorgänge – wie Spannung, Atemfluss, Stimmklang – wird geschult. Was erspürt wird, kann auch verändert werden.

 

Durch gezielte Übungen wird die stimmliche Flexibilität unterstützt – Spannung und Tonus werden reguliert. Eine aufgerichtete, lebendige Körperhaltung bietet die Grundlage für freie Kehlkopfbeweglichkeit und schafft günstige Bedingungen für einen ausgewogenen Atemfluss und optimale Resonanz.

 

Die Sprechstimme wird klarer, klangvoller und belastbarer. Die Singstimme kann freier schwingen, gewinnt an Klang, Intonation und Resonanz.
 

Funktionales Stimmtraining richtet sich an Menschen, die ihre Stimme im Alltag, im Beruf oder im künstlerischen Kontext einsetzen – sei es zur Behandlung funktioneller Stimmstörungen, zur Stimmbildung oder als stimmliche Prävention.

 

Manuelle Stimmtherapie (MST nach Gabriele Münch)

Die Stimme ist nicht nur Sache der Stimmlippen – sie ist Teil eines komplexen Zusammenspiels aus Bewegung, Atmung, Muskelaktivität, Haltung und Spannung im ganzen Körper. Viele stimmliche Beschwerden entstehen durch ungünstige muskuläre Muster, die sich z. B. im Alltag durch Fehlbelastung, Stress oder nach Infekten einschleichen.

In der manuellen Stimmtherapie arbeite ich mit gezielten, sanften Griffen, Dehnungen und Mobilisationen an den Strukturen, die für eine gesunde Stimmgebung wichtig sind. Ziel ist es, Einschränkungen und Spannungen zu lösen und so eine freiere, mühelose Stimmfunktion zu ermöglichen.

Behandelt werden unter anderem:

  • der orofaziale Bereich – Kiefer, Zunge, Lippen und Gesichtsmuskulatur. Verspannungen hier können die Artikulation und Stimmresonanz beeinträchtigen.

  • die laryngealen Strukturen – der Kehlkopf selbst und die umliegende Muskulatur. Sanfte Mobilisationen unterstützen die Beweglichkeit des Kehlkopfs und entlasten die Stimmlippen.

  • der pulmonale Bereich – der Brustkorb, die Atemmuskulatur und das Zwerchfell. Hier werden Einschränkungen gelöst, die den Atemfluss blockieren und dadurch die Stimme beeinträchtigen können.

  • das Fasziensystem – die bindegewebigen Hüllen, die Muskeln, Organe und Strukturen miteinander verbinden. "Verklebungen" oder Spannungen in den Faszien können sich auf die Stimmfunktion übertragen

Die Behandlung ist individuell abgestimmt und wird behutsam durchgeführt. Sie lässt sich wirkungsvoll mit funktionalem Stimmtraining kombinieren – für eine Stimme, die sich frei, tragfähig und natürlich entfalten kann.

DSC_0028 manuelle Stimmtherapie
DSC_0049 mauelle Stimmtherapie

Therapie für Kinder

Kindliche Sprach- und Sprechstörungen

Logopädische Therapie von Kindern 

Die logopädische Arbeit mit Kindern ist für mich weit mehr als das Vermitteln von Lauten oder das Einüben von Sprache. Sie ist eine gemeinsame Reise, bei der Vertrauen, Geduld und ein feines Gespür für die Bedürfnisse des Kindes im Mittelpunkt stehen. Mich leitet ein offener, stetig lernender Blick auf die Vielfalt kindlicher Entwicklung. Es geht darum, die Entfaltung der Sprache zu unterstützen und Wachstum zu begleiten. 

 

Jedes Kind bringt seine ganz eigene Art mit: zu lernen, zu kommunizieren und die Welt zu entdecken. In der Therapie entsteht dafür ein geschützter Rahmen, in dem Kinder sich zeigen dürfen, wie sie sind, mit Raum für ihre Entwicklung. Die sorgfältige Befunderhebung schafft die Basis für die Entwicklung eines Behandlungsansatzes und die Beratung der Eltern oder Bezugspersonen. Dabei verbinde ich fundierte therapeutische Methoden mit spielerischen Zugängen. Kinder erfahren in der Therapie Selbstwirksamkeit – sie erleben, dass sie etwas verändern und gestalten können. Das stärkt nicht nur Sprache und Sprechen, sondern oft auch das Selbstvertrauen. Ich sehe Eltern als wertvolle PartnerInnen in der Therapie – ihre Beobachtungen, ihre Fragen und ihr Mitwirken sind ein wichtiger Teil des gemeinsamen Weges.


Redeflussstörungen

Therapie bei Redeflussstörungen – Stottern und Poltern


In meiner Praxis biete ich spezialisierte Therapie für Menschen mit Redeflussstörungen - Stottern und Poltern an – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur das Sprechen an sich, sondern auch der individuelle Umgang mit dem eigenen Sprechen, der oft durch Verunsicherung, Vermeidung und sozialen Rückzug geprägt ist. Ziel ist es, mehr Sicherheit im Sprechen zu gewinnen, mit mehr Ruhe und Vertrauen in Kommunikationssituationen zu gehen, den Umgang mit dem eigenen Sprechen zu verbessern und den Alltag spürbar zu erleichtern. 


Stottern 

Stottern zeigt sich bei jedem Menschen anders – manchmal in Form von Wiederholungen, Blockaden oder Dehnungen. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben zusätzlich Unsicherheit oder den starken Wunsch, das Stottern zu vermeiden oder zu kontrollieren.

 

Betroffene wünschen sich verständlicherweise, dass das Stottern ganz verschwindet. Dieses Bedürfnis ist nachvollziehbar und wird in der Therapie ernst genommen. Die therapeutische Arbeit orientiert sich an dem, was möglich ist: mehr Leichtigkeit im Sprechen und ein besseres Verständnis für die eigenen Sprechmuster. Ziel ist ein selbstbestimmter Umgang mit dem eigenen Sprechen, mehr kommunikative Freiheit und konkrete Strategien für den Alltag.

 

Non-Avoidance-Ansatz
 

Ein bewährter therapeutischer Grundansatz, bei dem das Stottern nicht „versteckt“, sondern aktiv verändert wird. Symptome werden dabei nicht als Störung, sondern als beeinflussbare Sprechmuster verstanden. Diese Form der Arbeit setzt viel auf Selbstwahrnehmung und mutiges Probieren.

 

Neben der inneren Haltung arbeiten wir konkret mit Techniken zur Modifikation des Stotterns:

  • Identifikation: Erkennen und Benennen eigener Sprechmuster

  • Desensibilisierung: Sicherheit im offenen Umgang mit Stottern gewinnen

  • Modifikation: Einüben von leichterem, flüssigerem Sprechen in stottertypischen Momenten

  • Stabilisierung: Integration der Strategien in den Alltag und nachhaltige Veränderung

Fluency Shaping
 

Diese Methode bietet konkrete Techniken zur Veränderung des Sprechmusters, z. B. durch weichen Stimmeinsatz, gedehntes Sprechen, Pausensetzung oder veränderte Artikulation. Ziel ist ein flüssigeres, spannungsfreies Sprechen – besonders hilfreich für Menschen, die sich einen kontrollierten Umgang mit ihren Symptomen wünschen.

 

Mini-KIDS: 
 

Für Kinder im Vorschulalter erfolgt die Behandlung nach dem Mini-KIDS-Konzept, einem bewährten, evidenzbasierten Therapieansatz für stotternde Kinder ab etwa 3 Jahren. Die Behandlung ist spielerisch, alltagsnah und immer kindgerecht – mit großer Aufmerksamkeit für den Erhalt der natürlichen Freude am Sprechen. Ziel ist es, den Sprechfluss zu verbessern, das kindliche Selbstvertrauen zu stärken und Eltern aktiv in den Therapieprozess einzubeziehen.
 

Kinder dürfen Stottern (KIDS):
 

Bei (Vor-)Schulkinder ist der Ansatz „Kinder dürfen stottern“ die Grundlage der Behandlung: Das Stottern wird nicht tabuisiert, sondern darf Raum bekommen. Kinder werden behutsam darin unterstützt, sich mit ihrem eigenen Sprechen auseinanderzusetzen – spielerisch, entlastend und mit wachsendem Zutrauen in ihre eigene Sprechweise.

 

Dabei geht es nicht nur darum, möglichst flüssig zu klingen, sondern auch darum, in Kontakt zu bleiben, sich mitzuteilen und gehört zu werden. Durch sprechmodifizierende Techniken, dialogisches Üben, Bewegung und spielerische Elemente lernen Kinder nach und nach, mit den Sprechmustern umzugehen.

 

Die Begleitung der Eltern ist auch hier ein wichtiger Bestandteil: Sie erhalten Anregungen, wie sie im Alltag mit dem Sprechen ihres Kindes förderlich und unterstützend umgehen können – ohne zusätzlichen Druck aufzubauen.

 

Stottern bei Jugendlichen
 

Die Jugendlichen lernen, Einfluss auf ihre Sprechweise zu nehmen, Sprechängste zu verringern und offener mit dem Stottern umzugehen. Wichtig ist es, Selbstsicherheit beim Sprechen zu erhalten oder zu entwickeln. 

 

Meist wünschen sich Jugendliche völlige Symptomfreiheit, was nicht immer möglich ist. Wohl aber eine Veränderung im Umgang mit dem Stottern, mehr Sicherheit beim Sprechen und mehr Leichtigkeit im Alltag. 
 

Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten
 

Ich begleite Familien gern im Austausch mit anderen Bezugspersonen, Kitas oder Schulen, um eine unterstützende Umgebung für das Kind zu schaffen. 

 

Eine transparente, wertschätzende Zusammenarbeit kann helfen, Missverständnisse abzubauen und einen förderlichen Umgang mit sprachlichen Besonderheiten im Alltag zu ermöglichen.


Poltern

Poltern ist eine weniger bekannte, aber oft herausfordernde Form der Redeflussstörung. Das Sprechen wirkt dabei häufig zu schnell, verwaschen oder unstrukturiert – mitunter werden Silben oder ganze Satzteile ausgelassen. Viele Betroffene nehmen diese Besonderheiten selbst kaum wahr. Oft sind es Rückmeldungen aus dem sozialen oder beruflichen Umfeld, die erstmals auf das „unverständliche“ Sprechen aufmerksam machen.

 

In der logopädischen Therapie, angepasst für die Ziel- und Altersgruppe, steht das bewusste Erleben von Sprache und Sprechen im Mittelpunkt. Gefördert werden eine klare Artikulation, ein passendes Sprechtempo, die Gliederung von Gedanken – und unterstützen so eine verständliche und strukturierte Kommunikation. Auch Aspekte wie Betonung, Pausensetzung und kommunikative Feinfühligkeit fließen in die Arbeit ein.

 

Ziel ist ein Sprechen, das verständlich ist und sich gleichzeitig authentisch anfühlt – tragfähig im Alltag, in sozialen Situationen und im beruflichen Miteinander.


Mutismus

Wenn Kinder kaum oder gar nicht sprechen, obwohl sie dazu in der Lage wären, kann das Eltern, Angehörige und pädagogische Fachkräfte sehr verunsichern. Elektiver Mutismus ist die ernstzunehmende Form einer Kommunikationsstörung, bei der betroffene Kinder in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Personen dauerhaft verstummen, während sie in vertrauter Umgebung durchaus sprechen.

 

In meiner Praxis begleite ich mutistische Kinder mit viel Geduld, Ruhe und einem strukturierten, sicheren Rahmen. Ziel ist es nicht, das Schweigen „zu durchbrechen“, sondern einen Raum zu schaffen, in dem sich das Kind wieder in Kontakt bringen kann – in seinem Tempo, auf seine Weise.

 

Der therapeutische Prozess erfordert oft ein behutsames Vorgehen: Wichtig ist eine stabile, verlässliche Beziehung. Die Kinder werden immer wieder - ohne Druck auszuüben - eingeladen zu sprechen. Spiel, Bewegung, Freude oder tiergestützte Impulse können erste Brücken in die Kommunikation sein – wenn das Kind bereit ist. Mutistische Kinder zeigen oft große Wachsamkeit und Sensibilität. Diese Qualitäten verdienen einen geschützten Raum, in dem Entwicklung möglich wird. 

 

Die Zusammenarbeit mit Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen ist fester Bestandteil der Behandlung. Gerade im Alltag lassen sich hilfreiche Veränderungen anstoßen – etwa durch veränderte Erwartungen, passende sprachliche Angebote und Sicherheit gebende Strukturen.

 

Wenn Sie Fragen zum Vorgehen oder zur Einschätzung eines Kindes haben, können Sie sich gerne an mich wenden.